Spring

High street meets Haute Couture

So ziemlich alle Fashionistas erinnern sich noch an jenen Novembermorgen im Jahr 2004, an dem die erste H&M-„Gastkollektion“ ihre Premiere hatte. Das schwedische Modehaus holte sich zum Debüt keinen wenigeren als den Haute Couture-Designer schlechthin an seine Seite: Karl Lagerfeld. Den Großen, den Einzigartigen. Jenen Modeschöpfer, der Chanel einst aus der Krise holte und es binnen kürzester Zeit wieder in die A-Liga der Mode zurückbrachte. Die alltagstauglichen Teile für H&M, welche nun die Normalverbraucherin erreichen und zum Kauf (ohne vorherige Darlehensaufnahme) bewegen sollten, waren innerhalb weniger Stunden komplett ausverkauft. Niemand hatte mich einem solchen Erfolg gerechnet. Nicht einmal Karl.

Karl Lagerfeld for H&M, 2004

2004

Etwa ein Jahr später kam die H&M-Kollektion von Modegenie Stella McCartney in die Läden und wieder einmal bewies die Tochter des Beatles-Mitlgliedes, dass Mode ansprechend und sportlich sein kann, ohne dabei ihre Weiblichkeit einzubüßen.

Unvergessen bliebt sicher der Kreativbeitrag des Designer-Duos Viktor&Rolf. Zum ersten Mal in der Geschichte (und vorerst sicher auch zum letzten Mal) gab es ein Brautkleid bei den Schweden, kreiert von zwei Niederländern. Das besagte Kleid war auf 1000 Stück limitiert und kostete knapp 300 Euro. Wo hatte es so etwas schon einmal gegeben? Noch nie, liebe Modefreunde! Eine absolute Premiere: ein Designer-wedding dress für 300 Euro – und dann von der Stange? Kann das gut gehen? Seht selbst:

Wedding dress

2006

Nicht einmal sechs Monate später stellte Popstar Madonna das Resultat ihrer Zusammenarbeit mit dem Modegiganten vor, wobei der TV-Werbespot zu ihrer Kollektion wohl mehr Leuten im Gedächtnis geblieben ist, als die Klamotten selbst. Sportlich, clean und so gemacht, dass Madonna persönlich sie zu einem ihrer Liveauftritte hätte tragen können.

Ein weiteres Highlight bereitete uns Roberto Cavalli.

Italienischer Glamour inspiriert schwedische Alltagsmode.

Am beliebtesten war ein spezielles Kleid im Zebra-Print, das Topmodel Erin Wasson mit ihrer zauberhaften Art in Szene setzte. Für das Kampagnenshooting wurde eine ausschweifende Party bei lauer Sommernacht nachgestellt. Und wir kauften ihnen alles ab.  Sogar, dass auch wir zu dieser Feier eingeladen worden wären – mit der passenden Kleidung, versteht sich. Insgesamt 45 verschiedene Teilchen kreierte der florentinische Designer für Frauen und Männer, die nur durch schnelles und gezieltes Handeln käuflich erworben werden konnten. Denn auch hier waren viele Filialen nach nicht einmal 15 Minuten ausgeplündert.

Roberto Cavalli for H&M, 2007

Erin Wasson, „Cavalli for H&M“

Im Herbst 2008 ging es weiter mit einer Linie des japanischen Avantgardelabels Comme des garcons. Sehr alternativ, sehr unisex und so gar nicht Mainstream. H&M mal ganz anders!

Im Frühjahr 2009 war es endlich so weit: Matthew Williamson, best buddy von It-Girl Sienna Miller, brachte ordentlich Farbe in diesen Sommer. Dieses Mal gab es Klamotten für Männer und Frauen plus prints, prints, prints. Die Kampagnenfotos entstanden vor idyllischer Südseekulisse und der britische Designer stand seinem farbenfrohen Ruf in nichts nach. Daisyandresi finden: Dieser Gastauftritt darf gern wiederholt werden!

Matthew Williamson for H&M, 2009

Matthew Williamson for H&M, 2009

Und noch ein lang gehegter Traum erfüllte sich im Jahr 2009: Schuhe von Jimmy Choo zum Spottpreis. Die Kollektion des aus Malaysia stammenden Designers entfachte eine regelrechte Schlacht unter den Damen. Denn bei Essen sowie Schuhen hört ja bekanntlich die Freundschaft auf. Erst recht, wenn sie von Jimmy Choo kommen und nur sage und schreibe 70 Euro kosten. Wer kann sich da schon beherrschen?

Jimmy Choo

Jimmy Choo for H&M, 2009

Nach einer eher weniger beeindruckenden Kollektion von Sonia Rykiel im Dezember 2009, die vor allem gestreifte Unterwäsche und Pantoffeln umfasste, besuchte im Herbst 2010 Lanvin das schwedische Modeimperium. Das Versprechen war: „Luxus und Dekadenz für alle!„..und wir sollten nicht enttäuscht werden. So gab es vor allem klassische Teile (hauptsächlich Kleider, ist ja schließlich Lanvin), die durch Knallfarben oder verspielte Raffinessen, wie Tüllröcke und Raffungen aufgehübscht wurden. Alles in allem sehr schön.

Lanvin for H&M, 2010

Lanvin for H&M, 2010

Knallfarbe trifft auf Tüllrock und machte diese Kollektion einmalig

Knallfarbe trifft auf Tüllrock

Für manche mag die im Sommer 2010 vorgestellte Kollektion sehr gewöhnungsbedürftig gewesen sein, für andere stand schon beim ersten Hinsehen fest: Versace. Verrückte Muster und ausgefallene Schnitte dominierten diese Linie und trotz der zurecht aufkommenden Frage nach der Alltagstauglichkeit dieser Teilchen, waren auch sie in kürzester Zeit vergriffen. Mal ehrlich: wieso sollte etwas alltagstauglich sein, wenn es ein ganzes Stück Couture für solche Preise gibt?

Versace

Versace

Nach dem herausragenden Erfolg von Versace for H&M wird nun gemunkelt, dass es im kommenden Frühjahr eine weitere Kollektion geben wird. Dieses Mal erhältlich in ausgewählten Filialen und unserem Freund, dem Onlineshop.

„H&M and Marni made my day“ – so betitelte es eine Freundin von mir.

Und ja, man kann es nicht anders sagen: die von Star-Directrice Sofia Coppola begleitete Kampagne war herrlich erfrischend. Diese imposanten und gleichzeitig verspielten Muster gepaart mit Sixties-Schnitten waren einfach toll – eine willkommene Abwechslung.

Marni made our day!

Marni made our day!

In wenigen Monaten erwartet uns nun Maison Martin Margiela im H&M unseres Vertrauens. Gestern noch Gerücht, seit wenigen Tagen offiziell bestätigte Wahrheit: ab dem 15. November dürfen wir wieder Couture-Luft schnuppern.

Theresa

Fotos: H&M, PMs

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